

CHALLENGE DACHWOHNUNG
Kernsanierung, Umbau, Umnutzung mit Denkmalschutzauflage
Stuttgart Mitte
2022
Herausforderung und Chance – Sanierung im Fachwerkhaus von 1890
Das Projekt widmet sich der behutsamen Sanierung eines denkmalgeschützten Bestands mit außergewöhnlicher Nutzungsgeschichte. Der ehemalige Trockenboden, der um die Jahrhundertwende als gemeinschaftlicher Raum zum Trocknen und Waschen der Wäsche diente, wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später zeitweise als Notunterkunft genutzt. Über mehr als sechs Jahrzehnte standen die rund 120 m² in prominenter Lage ungenutzt leer. Durch das Engagement und den Mut aller Beteiligten konnte dieser besondere Ort nun reaktiviert und einer zeitgemäßen Wohnnutzung zugeführt werden.


Grundfläche
120 m2
Auftraggeberin
Privat
Beteiligte / Architekt*in
M.A. Franz Mühleisen
Visualisierungen
MUP, Stuttgart
Fotos
MUP, Stuttgart, Anna-Lena Platzer

#BauenImBestand #Denkmalschutz #Umnutzung #Nachverdichten #Innenarchitektur #Kernsanierung #Fachwerkhaus #Fachwerk #Architektur #Stuttgart
„Ziel des Entwurfs war es, mit möglichst wenigen und gezielten Eingriffen neue räumliche Zusammenhänge zu schaffen und den Dachraum wieder erlebbar zu machen.“
Der Dachstuhl der bestehenden Fachwerkkonstruktion war in zahlreiche, kleinteilige Kammern gegliedert, die mit einer Breite von teilweise weniger als drei Metern für eine Wohnnutzung ungeeignet waren. Ziel des Entwurfs war es, mit möglichst wenigen und gezielten Eingriffen neue räumliche Zusammenhänge zu schaffen und den Dachraum wieder erlebbar zu machen. Durch das selektive Ausfachen einzelner Wände konnten Blickbeziehungen geöffnet und der Raum visuell erweitert werden. Das freigelegte Fachwerk übernimmt dabei eine strukturierende Rolle und erzeugt differenzierte Raumzonen.


Die erhaltenswerte Bausubstanz – darunter der historische Dielenboden sowie der Terrazzospülstein – wurde sorgfältig aufgearbeitet und bewusst in Szene gesetzt. Ergänzt wird der Bestand durch zeitgenössische Elemente, die sich durch eine klare, ehrliche Materialwahl zurückhaltend in das Gesamtgefüge einfügen. Ein zentrales gestalterisches Element bildet das Farbkonzept.
Anstelle neutraler Grautöne prägen lebendige, mutige Farben die Atmosphäre und verleihen dem Projekt eine eigenständige, zeitgemäße Identität.


