WERKSTATT WIRD BÜRO

Umnutzung und Kernsanierung Werkstattgeschoss
Stuttgart-Nord
2022
Umnutzung einer alten Werkstatt ohne 
den Vibe zu verlieren

Umnutzung einer Werkstatt zur zeitgemäßen Arbeitswelt.

Die Grundlage dieses Projekts bildet eine über 50 Jahre alte Werkstatt am Stuttgarter Nordbahnhof. Ziel der Umnutzung war es, die bestehende Fläche neu zu zonieren und zugleich die offene, hallenartige Raumstruktur zu bewahren. Charakterprägende Elemente wie die Rippendecke mit verlorener Bretterschalung sowie der originale Magnesitestrich erzählen von der Geschichte des Ortes und sollten bewusst erhalten bleiben.

Grundfläche
600 m2
Auftraggeberin
Schirm Modellbau

Beteiligte / Architekt*in
M.A. Franz Mühleisen
Dipl. Ing. Rolf Mühleisen
M.A. Kay Kohler

Visualisierungen
MUP, Stuttgart

Fotos
MUP, Stuttgart, Anna-Lena Platzer, Kay Kohler

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Das Ergebnis ist eine präzise organisierte Arbeitswelt mit hoher räumlicher Klarheit und anspruchsvollen bauphysikalischen Eigenschaften.“

Die neue, locker organisierte Raumstruktur gliedert die Halle funktional, ohne ihre Großzügigkeit aufzugeben. Sichtachsen, die sich von Außenwand zu Außenwand erstrecken, sichern die räumliche Weite und lassen den ursprünglichen Maßstab des Bestands weiterhin ablesbar bleiben.

Im bewussten Kontrast zur rauen, industriellen Substanz wurde eine klare, reduzierte Architektursprache gewählt. Sie verzichtet auf formale Gesten und rückt Herkunft und Nutzungsgeschichte des Gebäudes in den Vordergrund. Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die über Jahrzehnte gewachsene technische Infrastruktur schrittweise zu analysieren und gezielt zurückzubauen. Auf diese Weise konnten offene Strukturen freigelegt und gleichzeitig die erforderlichen introvertierten Arbeitsbereiche geschaffen werden. Der gezielte Einsatz von transparenten Glastrennwänden ermöglicht diese Balance zwischen Offenheit und Rückzug. Das Ergebnis ist eine präzise organisierte Arbeitswelt mit hoher räumlicher Klarheit und anspruchsvollen bauphysikalischen Eigenschaften.

Die bewusst sichtbare Aufputzinstallation der Gewerke Elektro, Heizung und Lüftung leitet sich logisch aus der technischen Vergangenheit des Gebäudes ab und hält – trotz akustischer Maßnahmen – die Rippendecke im Blickfeld.

Ein zentrales Anliegen des Projekts war der ressourcenschonende Umgang mit dem Bestand. Besonders herausfordernd war der Erhalt des historischen Werkstattbodens aus Magnesitestrich, der trotz Beschädigungen bewahrt werden konnte. Nach eingehender Untersuchung wurde der rund 600 m² große Boden geschliffen und geölt. Auf einen vollständigen Rückbau sowie den Einbau eines neuen Bodenaufbaus mit Trittschalldämmung und Belag konnte so verzichtet werden. Diese Entscheidung erwies sich nach Fertigstellung als gestalterisch wie ökologisch richtig: Der Boden und seine sichtbare Geschichte wurden zum atmosphärischen Herzstück des Raumes.

Das letzte Bild der Fotodokumentation zeigt den Zustand vor der Sanierung und verdeutlicht die Tiefe der Transformation.

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